Vernichtet BookCrossing das Kulturgut Buch?
Geschrieben von Wyando in Freilassen
Schlagwörter:Etikett, Kulturgut
Ich sah nun öfter diese Bücher und muß sagen, daß mein Entsetzen groß war ob des Umgangs mit dem Kulturgut Buch. Ich sah Exemplare, in denen sich Eintragungen mit Kugelschreiber fanden. Auch eine Art, Kultur zu vernichten. Wer hat sich das nur ausgedacht? Es überkommt mich ein Gefühl großer Trauer, wenn ich diese zerstörten und verunstalteten Bücher sehe!!!
So lautet einen Eintrag von Leeper im Gästebuch(°) der alten Supportseite. Ein Aprilscherz ist auszuschließen, da der Beitrag bereits am 25.03 geschrieben wurde. Und ich kann, wenn ich was länger darüber nachdenke, seine (ihre?) Reaktion durchaus verstehen.
In der Tat würde ich meine eigene Bücher, die ich aus Leidenschaft sammle, nicht mit Aufkleber oder Kritzeleien versehen, wobei, ich durchaus Bücher habe, wo Autoren ihre Widmung geschrieben haben (mit Kugelschreiber!) – was sicherlich nicht als Kulturvernichtung gelten wird.
Bücher hingegen, die ich freilasse, möchte ich eindeutig als BookCrossing-Buch gekennzeichnet wissen, damit dem Finder nicht eine Freude für seine Sammlung hat, sondern Freude am Lesen und danach hoffentlich das Buch wieder frei lässt, damit andere Finder auch ihren Spaß daran haben (Inhaltlich, nicht unbedingt äußerlich).
Ich gestehe, dass ich zur Sorte der radikal-Kennzeichner gehöre. Meiner Schätzung nach, gibt es nämlich 3 Gruppen unter den BookCrosser:
-
Die zaghaften Kennzeichner:
Sie kleben ein kleines bis mittleres Etikett, möglichst auf der Rückseite, seltenst auf der Vorderseite des Buches, worauf ein dezenter Hinweis steht, dass es sich um ein BookCrossing-Buch handelt. Auf der Innenseite kommt dann höchstens eine Aufkleber mit den notwendigsten Daten bzw. eine kleine Notiz. -
Die radikalen Kennzeichner:
Sie kleben in der Regel ein auffälliges Etikett auf der Vorderseite des Buches, oft ohne Rücksicht auf Verluste in Bezug auf das Titelbild, dazu ein kleines Etikett auf der Rückseite. Im inneren des Buches nebst weitere Informationen, durchaus wiederholende Anmerkungen, so dass der Leser nicht vergisst, dass das Buch, was er da gefunden hat, Allgemeingut ist. -
Die extrem Kennzeichner:
Im Grund wie ein radikaler Kennzeichner, wobei die Schnittkante nicht ausgelassen wird. Für die wesentlichsten Sachen wird oft mit Edding geschrieben.
Obwohl ich die obige Reaktion schon irgendwie nachvollziehen kann, kommen wir nicht drumherum unsere BookCrossing-Bücher als solches zu kennzeichnen (auf welche Art auch immer), damit wir ihre Reisen verfolgen können. Das dabei der eine oder anderer sich die Nase rümpfen wird, müssen wir wohl in Kauf nehmen. Zwingt ihm auch keiner ein solches Buch mitzunehmen. Ich persönlich werde mein Verhalten diesbezüglich nicht ändern…
Euer Wyando
(°) Die alte Supportseite hat ein Gästebuch, aber braucht ein Blog sowas?

Ich empfinde die Kennzeichnung nicht als Zerstörung und Verunstaltung. Das Kulturgut ist in dem Sinne ja nicht das Buch, sondern der Inhalt.
Leider kann ich nach Deiner Definition an der Abstimmung nicht teilnehmen – ich kennzeichne nämlich folgendermaßen:
Bei “normalen” Büchern empfinde auch ich allerhöchstens (wenn überhaupt *g*) den Inhalt als Kulturgut, nicht die “hardware”
EIN Etikett, dies immer auf der Vorderseite des Buchs, und immer so, daß es möglichst gut aussieht (NIEMALS den Titel überklebend), denn der Finder soll ja auch Lust haben, das Buch mitzunehmen.
Auf diesem meinem EINEN Etikett steht dann auch Alles Notwendige incl BCID und dem Hinweis auf mögliche Anonymität.
Ich selbst finde es grauenhaft, ein Buch lesen zu müssen, dessen Schnitt beschriftet ist. Weil ich dies dann immer “im Auge ” habe. Es stört schlicht und einfach beim lesen.
Die Argumentation des zerstörten Kulturguts kann ich nicht nachvollziehen. Heutzutage sind Bücher Massenware, und bisher habe ich noch kein handgebundenes, von Mönchen handgeschriebenes oÄ Exemplar mit BC-Registrierung entdecken können.
Ich hab Dein blog übrigens abonniert, bin gespannt, was es hier zu lesen geben wird!
Ich habe zaghaft angekreuzt, obwohl ich IMMER einen Aufkleber auf das Cover klebe. Momentan sind das die runden Aufkleber von winkide, die ich immer dort platziere wo sie nicht stören. Dazu kommt EIN Aufkleber ins Buch und ein Flyer. Bücher in Boxen oder als RABCKs können auch schon mal nur die BCID im Buch enthalten. Schnittverschmierer kann ich überhaupt nicht verstehen. Wer so eine Panik hat, dass sein Buch evtl. verkauft wird, sollte vielleicht bedenken dass ein derart verunstaltetes Buch vielleicht liegen bleibt oder in der Tonne entsorgt wird.
Auf die Frage:”Vernichtet Bookcrossingdas Kulturgut Buch?” Meine Antwort ein klares:”Nein”. Im Gegenteil Bookcrossing sorgt für Leseförderung. Leute, die schon lange kein Buch mehr gelesen haben und sich auch keines kaufen würden finden plötzlich auf einer Parkbank, in der Kneipe oder im Bus ein Buch. Ein Fund, ein Geschenk, gratis, besser als ein Sonderangebot! Sehr viele wurden dadurch schon animiert wieder mal zu lesen.
Ich mache bei der Spielplatz-Challenge mit und verteile Kinderbücher auf Spiel- und Sportplätzen. die Mehrzahl der Finder ist riesig begeistert. Die Verbreitung des “Kuluturgutes” Buch ist hier wichtiger als ein Aufkleber. Überigens stecken hinter den Aufklebern häufig sehr spannende Geschichten. Ich liebe meine Bücher und darum bin ich Bookcrosserin.
Ich persönlich halte das auch für ein bisschen übertrieben. Okay, manchmal finde auch ich es schade, wenn das ganze Cover verdeckt ist oder auch (das fand ich schon nervig) wenn die Beschriftung des Buchschnittes meine Hand färbt (nein, ich habe eigentlich keine Schweißhände), aber die Kennzeichnung sollte meiner Meinung nach schon auf den ersten Blick ersichtlich sein und auch nicht einfach wieder rauszunehmen sein.
Sprich: vorne kommt bei mir meist ein rundes Label rauf, auf die Innenseite der Frontklappe dann ein großes + Nennung der Seite und BCID auf dem “Deckblatt/Deckblättern” und Rückklappe des Buches. Manchmal auch noch ein Label auf die Rückseite des Buches und als Erinnerung auf die letzte Seite des Buches. Wenn ich gerade überehrgeizig bin kann auch mal eine handschriftliche Bitte und Erklärung an den Finder dazukommen, aber da meine normale Schrift schon ein bisschen unästhetisch ist braucht das immer ewig
Ich habe auch zaghaft angekreuzt. Bei einem Wild release kommt ein Aufkleber der Marke Winkide-Rund vorn an ästethisch passender Stelle (niemals auf dem Titel) auf das Cover. Innen dann ein großer mit den üblichen Infos. Manchmal kommt der große Aufkleber auch hinten auf den Trailer, wenn dieser nicht zum Buch passt, was öfter vorkommt als man glaubt. Auf Treffen und in OBCZs verzichte ich bisweilen auf den kleinen Außenaufkleber.
Mich wundert, dass niemand Extrem angekreuzt hat, denn ich hatte auch schon extrem beschmierte Bücher in den Händen und weiß auch woher die kamen.
Also der Lesegenuss fängt bei mir schon beim Anblick des Einbandes an.
Nur 3 Kategorien? Das geht nicht, nönö.
Ich ordne mich dann zwischen zaghaft und radikal ein (professionell? sorgfältig?
):
1. Ein kleiner Aufkleber vorne drauf, der nichts Wichtiges verdeckt (habe da verschiedene Größen, Formen und Farben, damit es sich schön auffällig abhebt aber trotzdem gut aussieht, in Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch, je nachdem, welche Sprache das Buch hat)
2. Einen “großen” auf die Innenseite des Covers mit Details zu Bookcrossing (gekaufte aus dem US-Store oder welche von Winkide oder spezielle Selbstausgedruckte für Challenges). Jeweils in der Landessprache (D, GB, F, NL, I, ES, RUS …). Wenn die BC Seite noch nicht in diese Sprache übersetzt ist, noch einen zusätzlichen auf Englisch.
3. Manchmal, wenn es die Dicke / Beschaffenheit des Buches zulässt (und ich gerade welche griffbereit habe), einen Tiny-Sticker-ähnlichen dezenten Ballycumber-Aufkleber auf den Buchrücken)
4. Flyer eher selten, wenn ich gerade welche griffbereit habe.
5. Wenn ich welche habe, nutze ich möglichst Tüten zum Aufhängen, die BC-beschriftet sind (Sammelbestellung)
Die Schnittfläche beschrifte ich nie, ich finde, das sieht besch…eiden aus.
Und ja, ich habe alle Aufkleberarten geordnet in einer unterteilten Mappe
mit Extra-Fächern für vorbereitete Pre-labels.
P. S.: nein, ich finde das nicht übertrieben: ich bin mit meinen JEs zufrieden
Wie die meisten hier liege ich so zwischen “zaghaft” und “radikal”, denn bei mir kommt ein Winkide-rund auf die Vorderseite, so, dass er auffällt aber nicht zu sehr stört. Innen kommt dann ein Label mit Erklärung und der BCID sowie einer von Winkis Flyern. Und auf die obere Schnittkante stempele ich dann noch “Dieses Buch ist gratis”. Der Stempel fällt in etwa so sehr auf, wie ein Stempel “Mängelexemplar”, mehr nicht, denn ich mag vollgeschmierte Schnittkanten auch nicht.
olagorie schrieb:
Meine BC-Werkstatt befindet sich selbstverständlich in der gelb-schwarzen Ruhrcrossing-Tasche mit Stifteholster, div Fächern für Aufkleber usw und das ganz große Fach für Umschläge, Bücher usw. Einige kennen es ja.
Picobello eine Insel der Ordnung im Chaos meiner Wohnung.
RalfH’s Stempel “Dieses Buch ist gratis” scheint mir überzeugend und würde ich mir auf der unteren Schnittkante noch gefallen lassen.
Tja, und ich erwische mich gerade selbstdabei, wie ich nun doch einige Bücher zaghaft beklebt habe… Kleines Etikett vorne, grosses innen. Aber bei den englishen Büchern kann man fast nicht anders, ohne den Titel zu überkleben…
Jetzt habe ich gerade alle meine Bücher die ich demnächst freilassen will sorgfältig markiert,und zwar weil ich neu bin und keine Aufkleber habe und außerdem möchte ich nicht gerne das Einbanddesign durch einen Aufkleber verändern,habe ich den Schnitt beschriftet.(und zwar jede Seite-oben die BCID Nummer,an der Seite das BC Logo mit www-Adresse und Unten “Dieses Buch ist auf Reisen”).Ich bin ja mal gespannt was die anderen beim BC – Treffen dazu sagen.Ich finde aber es sieht gut aus…
Dann dürfte ja auch jedes Büchereibuch als Kulurzertörung gezählt werden, auch hier werden die Bücher duch Aufkleber, Eintragungen, Beklebungen usw. “verunstaltet”.
Bin ich vielleicht mal froh, dass Ihr nicht in meine Arbeitsbücher schauen könnt, da steht nämlich manchmal mehr Handschriftliches
als Gedrucktes… Beim Labeln von BC-Büchern bin ich nicht zimperlich, wobei ich immer versuche, möglichst wenig vom Cover zu verdecken. Meist nutze ich die tollen runden Aufkleber von winki, um den Buchrücken zu bekleben. Bei dicken Romanen passt das prima, idR verdecke ich dabei nichts oder allenfalls den Namen des Verlages. Bei Büchern, die erst vor kurzem erschienen sind oder die sich allgemeiner Beliebtheit erfreuen, zücke ich durchaus den Edding, um den Schnitt mit einem dicken, fetten “www.bookcrossing.com” zu kennzeichnen, in der vagen Hoffnung, dass diese Bücher dann nicht bei ebay oder im modernen Antiquariat landen.
– das mache ich aber nur mit Büchern, die ich selbst gekauft habe.)
(Es kann übrigens durchaus passieren, dass ich an Stellen mit Druckfehlern oder dort, wo der Übersetzer meiner Meinung nach Mist gebaut hat, meinen Unmut kund tue
Ich labele nicht radikal, ich labele sinnvoll! Meistens außen dezent aber sichtbar, innen ausführlich.
Oh, schön, die deutsche Support-Seite ist wieder da, und es gibt sogar ein Blog dazu!
Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Leute, die Bücher mit Hinweis auf bookcrossers.de finden, dort bald nichts mehr vorfinden würden. Ich hatte deshalb nach der Umstellung den Hinweis von den von mir verwendeten Labels bereits entfernt gehabt, kann ich jetzt ja vielleicht wieder rückgängig machen.
Um aber zum Thema zu kommen: Wenn Bookcrossing das Kulturgut Buch zerstört, dann trifft das auch auf jede Bücherei zu, denn die Kennzeichnen ihre Bücher ja auch meist relativ deutlich, und das schon weitaus länger, als es Bookcrossing überhaupt gibt. Ich denke, da kann man BC nichts vorwerfen. Wertvollere Bücher wird man kaum bei BC registrieren und wohl auf keinen Fall aussetzen, und die meisten neueren Bücher sind nun einmal Massenware.
Ich muss zugeben, dass ich irrationalerweise selbst ziemliche Probleme damit habe, Bücher wegzuschmeißen. Selbst, wenn sie wirklich total hinüber sind, fällt es mir schwer; wenn sie noch in halbwegs lesbarem Zustand oder zwar kaputt aber noch zu reparieren sind, geht es praktisch gar nicht. Dementsprechend fällt es mir manchmal auch ein bisschen schwer, Bücher für BC zu kennzeichnen, die BCID reinzuschreiben usw. Aber letztendlich ist mir der äußere Zustand eines Buches relativ egal, solange es nicht kaputt (oder eklig) ist, es kommt mir auf die Inhalte an, daher tue ich es trotzdem.
Ich klebe außen (vorne) ein relativ kleines Label auf mit der BCID, und innen eins mit weiteren Hinweisen. (Ich hatte die von der alten deutschen Support-Seite, keine Ahnung, ob es die da noch irgendwo gibt und wenn ja, wo.) Außerdem schreibe ich vorne und meistens auch hinten noch einmal mit Kugelschreiber http://www.bookcrossing.com sowie die BCID, falls das Label abfällt oder unlesbar wird. Früher habe ich beides auch noch innen auf einige Seiten an den unteren Rand geschrieben, aber das mache ich mittlerweile nicht mehr. Beim Label außen achte ich darauf, den Titel nicht zu verdecken und wenn möglich auch das Titelbild erkennbar zu lassen. Sonderlich viel Aufwand betreibe ich dabei allerdings nicht. Mich stört es aber ein bisschen, wenn vorne ein so großes Label draufklebt, dass man auf den Ersten blick gar nicht erkennt, mit was für einem Buch man es zu tun hat.
Ich weiß nicht, in welche der vorgeschlagenen Kategorien ich falle (und habe ehrlich gesagt ein bisschen Zweifel, ob die Einteilung so überhaupt sinnvoll ist), daher beteilige ich mich nicht an der Umfrage.
T-M schrieb:
Ja, die Einteilung (der Umfrage) war schon ziemlich Radikal
fuenf schrieb:
Er soll Trödlern, die Bücher aus der OBCZ holen, um sie zu verkaufen, ein wenig das Geschäft verderben, darum soll er durchaus auffallen und kommt auf die obere Schnittkante.
Ich bin – bevor ich auf diese Diskussion aufmerksam geworden bin – noch nicht auf den Gedanken gekommen, dass man auch den Schnitt beschriften könnte. Ich würde das auch nicht machen, weil es irgendwie komisch aussieht. Es reicht, finde ich, dass Mängelexemplare auf diese Weise gekennzeichnet sind.
Aber ich beschrifte auf jeden Fall immer (ausnahmslos) die Frontseite. Natürlich so, dass weder der Name des Autors, noch der Buchtitel oder eine schöne Covergestaltung verdeckt werden, was manchmal recht schwierig ist. Und in die Innenseite (Deckblatt) ein größeres Label mit einem meist ausführlicheren Text.
Bisher habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, dass man auf dem Deckblatt das Label leicht abziehen kann. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass so etwas üblich ist. Vielleicht ein bisschen naiv? Auf jeden Fall werde ich wohl in nächster Zeit dazu übergehen, das Innenlabel direkt auf den Innendeckel zu kleben. Den Schnitt werde ich auf jeden Fall aber weiterhin unbeschriftet lassen.